Jahresbericht 2025 von RIAS Niedersachsen veröffentlicht

Die Recherche und Informationsstelle Antisemitismus Niedersachsen (RIAS Niedersachsen) hat ihren neuen Jahresbericht veröffentlicht. Für das Jahr 2025 dokumentierte RIAS insgesamt 672 antisemitische Vorfälle, der höchste Stand seit Beginn der Erfassung. Damit wurden in Niedersachsen durchschnittlich 13 antisemitische Vorfälle pro Woche bekannt.

Die dokumentierten Vorfälle reichen von Beleidigungen und Bedrohungen über gezielte Sachbeschädigungen bis hin zu Angriffen auf jüdische Einrichtungen und Gedenkorte. Besonders häufig waren israelbezogene Formen des Antisemitismus. Viele Vorfälle standen im Zusammenhang mit Debatten und Mobilisierungen rund um den Nahostkonflikt.

Der Bericht zeigt zudem, dass antisemitische Vorfälle in ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen stattfinden, im öffentlichen Raum, an Bildungseinrichtungen, bei Versammlungen und im digitalen Raum. Antisemitismus begegnet Jüdinnen und Juden damit weiterhin im Alltag und prägt vielerorts ihr Sicherheitsgefühl.

Mit seiner Arbeit macht RIAS Niedersachsen antisemitische Vorfälle sichtbar, stärkt Betroffene und schafft eine Grundlage für gesellschaftliche und politische Gegenmaßnahmen. Der Bericht verdeutlicht, dass Antisemitismus kein Randphänomen ist, sondern eine anhaltende gesellschaftliche Herausforderung, auch in Niedersachsen.

Hier geht’s zum vollständigen Bericht.

Wiss. Praktikum “Jüdische Kultur in Geschichte und Gegenwart in Niedersachsen”

Wir sind das Israel Jacobson Netzwerk, ein seit 2016 eingetragener gemeinnütziger Verein im Herzen Braunschweigs, der sich mit der jüdischen Kultur in Geschichte und Gegenwart in unserer Region und darüber hinaus befasst. Unser Ziel ist es, authentische Orte und Objekte jüdischer Kultur als Teil der kulturellen Identität zwischen Harz und Heide und in ganz Niedersachsen dauerhaft sichtbar zu machen.

Wir informieren über unsere Projekte mit Hilfe des Onlineportals bzw. der Webpage sowie der Sozialen Medien Instagram, YouTube und Facebook.

Im August 2023 haben wir das Portal Jüdisches Niedersachsen online veröffentlicht, das wir mit unseren Partner*innen ständig um Inhalte und Themen erweitern. Des Weiteren kuratieren wir jeweils in den Sommermonaten Jüdische Kulturtage zwischen Harz und Heide, wir vernetzen Stolpersteininitiativen in der Region oder wir organisieren Veranstaltungen zur jüdischen Kultur in Geschichte und Gegenwart. Wir haben die OPERATION LEGENDÄR, eine interaktive XR-App mit entwickelt. Weitere innovative Projekte der digitalen Wissensvermittlung sollen folgen.

Was wir Ihnen bieten

  • Anerkennung als Pflichtpraktikum im Studium oder freiwilliges Praktikum (Mindestdauer insgesamt 6 Wochen)
  • Flexible Arbeitszeit, Teilzeitpraktikum möglich (Mindestumfang 200 Std.)
  • eine inspirierende Atmosphäre in einem engagierten Team
  • einen fundierten Einblick in die jüdische Kultur und Geschichte in unserer Region
  • Mitarbeit in spannenden Projekten und Veranstaltungen
  • eine einmalige Verbindung von Wissenschaft und Forschung, Dokumentation, Präsentation und Bildungsarbeit

Das bringen Sie mit

  • ein abgeschlossenes Grundstudium (B.A.) in einem themenrelevanten Fach
  • Interesse an der jüdischen Kultur und Geschichte
  • Kompetenz im Umgang mit Social-Media Plattformen wie Facebook, Instagram, YouTube
  • Erfahrung in Online-Recherchearbeiten
  • soziale Kompetenz
  • selbständiges Arbeiten
  • Neugier und Kreativität

Vielfalt ist einer unserer zentralen Organisationswerte. Deshalb begrüßen wir Bewerbungen unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer und sozialer Herkunft, Religion/Weltanschauung, Behinderung, Alter sowie sexueller Orientierung und Identität.

Ihre direkte Ansprechpartnerin ist Annemarie Hoffmeister: a.hoffmeister[at]ij-n.de

Ausstellung zum 75-jährigen Bestehen des Zentralrats eröffnet

Am 22.02. wurde im Städtischen Museum Braunschweig die Ausstellung „Mit eigener Stimme. 75 Jahre Zentralrat der Juden in Deutschland“ feierlich eröffnet. Noch bis zum 20. September 2026 ist die bundesweit einzigartige Schau zu sehen, die die Geschichte, die Herausforderungen und die gesellschaftliche Bedeutung des Zentralrats seit seiner Gründung beleuchtet und seine Rolle im politischen sowie kulturellen Leben Deutschlands darstellt.

Begleitend zur Ausstellung erwartet die Besucherinnen und Besucher ein interessantes Rahmenprogramm mit verschiedenen Veranstaltungen, das zusätzliche Einblicke und vertiefende Perspektiven bietet; die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland sowie der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin bzw. wissenschaftlichen Mitarbeiter (m/w/d)

Wir sind das Israel Jacobson Netzwerk für jüdische Kultur und Geschichte e.V., ein seit 2016 eingetragener gemeinnütziger Verein im Herzen Braunschweigs, der sich mit der jüdischen Kultur in Geschichte und Gegenwart in unserer Region und darüber hinaus befasst. Unser Ziel ist es, authentische Orte und Objekte jüdischer Kultur als Teil der kulturellen Identität zwischen Harz und Heide und in ganz Niedersachsen dauerhaft sichtbar zu machen.

Wir informieren über unsere Projekte mit Hilfe des Onlineportals (www.juedisches-niedersachsen.de) bzw. der Webpage (www.ij-n.de) sowie der Sozialen Medien Instagram, YouTube und Facebook.

Im August 2023 haben wir das Portal Jüdisches Niedersachsen online veröffentlicht, das wir mit unseren Partner*innen ständig um Inhalte und Themen erweitern. Des Weiteren kuratieren wir jeweils in den Sommermonaten Jüdische Kulturtage zwischen Harz und Heide. Wir haben mit der OPERATION LEGENDÄR, eine interaktive XR-App mitentwickelt. Weitere innovative Projekte der digitalen Wissensvermittlung sollen folgen.

Wir suchen zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine*n

Wissenschaftliche Mitarbeiterin bzw. wissenschaftlichen Mitarbeiter (m/w/d)

(angelehnt an EG 13 TV-L, Teilzeit 50%)

Digitalgestützte Bildungsangebote zu Israel und Israelbezogenem Antisemitismus

Die Stelle ist befristet für voraussichtlich 18 Monate zu besetzen.

Unser seit Ende 2024 laufendes Projekt „Digitalgestützte Bildungsangebote zu Israel und Israelbezogenem Antisemitismus“ beinhaltet die Entwicklung und Umsetzung von digitalgestützten Bildungsangeboten zu Israel und zum Israelbezogenen Antisemitismus als eigenständiges Modul im Portal Jüdisches Niedersachsen online.

Zwei Themenseiten wurden bereits veröffentlicht:

https://juedisches-niedersachsen.de/themen/israel/israel-und-niedersachsen-in-der-gegenwart

https://juedisches-niedersachsen.de/themen/antisemitismus/israelbezogener-antisemitismus

Nicht nur die gegenwärtigen und historischen Verbindungen von Israel mit Niedersachsen stehen im Fokus, sondern auch Bildungsangebote, die über die derzeit verbreitete Ausprägung des Antisemitismus in Gestalt des Israelbezogenen Antisemitismus aufklären. Denn nicht erst seit dem Pogrom der Hamas am 7. Oktober 2023 wurde deutlich, dass sich die gegenwärtigen Formen des Antisemitismus oftmals in der Delegitimierung und Dämonisierung Israels ausdrücken. Diese Formen haben längst Einzug in die gesellschaftliche Diskussion über Israel gefunden und betreffen die Lebensrealität von Jüd*innen auch in Niedersachsen konkret.

Ihre Aufgaben

  • Eigenständige Recherche im Themenfeld Israel und Niedersachsen (Geschichte und Gegenwart), israelbezogenem Antisemitismus und digitalen Bildungsmedien zum Thema
  • Pflege und Erweiterung bestehender Kooperationen mit regionalen, überregionalen und internationalen Partner*innen, insbesondere im Bereich der Bildungsarbeit
  • Umsetzung des Moduls in Teamarbeit (Einpflegen von Inhalten in die Datenbank, Aufbau des Frontend, Verfassen von Texten, Beschaffung von Bildmaterial usw.)
  • Konzeption und Realisierung von öffentlichen Veranstaltungen bzw. anderen geeigneten Formaten für verschiedene Zielgruppen.

Ihre Qualifikation

  • Sie verfügen über eine abgeschlossene wissenschaftliche Hochschulbildung (Master oder äquivalent) bevorzugt in Erziehungs-, Kultur-, Sozial, Geschichts- oder Politikwissenschaft oder einer vergleichbaren Studienrichtung und vorzugsweise bereits über Forschungs- und/oder Projekterfahrung.
  • Sie verfügen über Erfahrungen in der antisemitismuskritischen und historisch-politischen Bildungsarbeit.
  • Sie haben ein sicheres Gespür für die Vermittlung von fundiertem Wissen an verschiedene Zielgruppen (im digitalen Raum).
  • Sie verfügen über ausgeprägte Kenntnisse im Bereich der jüdischen Kultur in Deutschland und Israel in Geschichte und Gegenwart.
  • Sie haben sehr gute Kenntnisse der deutschen Sprache.
  • Sie arbeiten selbständig, sehr strukturiert, sind kommunikativ und können gut in einem Team arbeiten.
  • Sicherheit im Umgang mit den gängigen Office-Programmen, Content-Management-Systemen (Typo3, WordPress) und Datenbanken ist erwünscht.
  • Sie verfügen über ein hohes Maß an diplomatischer, sozialer und organisatorischer Kompetenz.

Wir bieten

  • Arbeiten an spannenden Themen in einem inspirierenden Arbeitsumfeld mit einem kollegialen Team
  • einen fundierten Einblick in die jüdische Kultur in unserer Region in Geschichte und Gegenwart
  • eine einmalige Verbindung von Wissenschaft und Forschung, Dokumentation, Präsentation und Bildungsarbeit
  • flexible Arbeits- und Teilzeitmodelle

Weitere Hinweise

Vielfalt ist einer unserer zentralen Organisationswerte. Deshalb begrüßen wir Bewerbungen unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer und sozialer Herkunft, Religion/ Weltanschauung, Behinderung, Alter sowie sexueller Orientierung und Identität.
Wir erstatten keine Bewerbungskosten.

Fragen und Antworten

Sie haben noch Fragen? Ihre Ansprechpartnerin ist die wissenschaftliche Leiterin des Portals Jüdisches Niedersachsen online Rebekka Denz info[at]ij-n.de, oder unter Tel. 0178-67 23 594 (Mailbox vorhanden)
Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben, schicken Sie Ihre Bewerbung mit aussagekräftigen Unterlagen im PDF-Format vorzugsweise per E-Mail an info[at]ij-n.de
oder per Post an
Israel Jacobson Netzwerk e.V.
c/o Technische Universität Braunschweig
Pockelsstraße 4
38106 Braunschweig

„Drei Religionen – Gemeinsam lachen“: Interreligiöser Motivwagen beim Schoduvel in Braunschweig

„Brunswiek Helau!“

Gestern fand in Braunschweig wieder der größte Karnevalsumzug Norddeutschlands statt. Mit dabei war erneut ein interreligiöser Mottowagen unter dem Titel „Drei Religionen – gemeinsam lachen!“, der die religiöse Vielfalt in Niedersachsen sichtbar machte.
Neben christlichen und muslimischen Vertreter*innen waren auch jüdische Repräsentant*innen auf dem Wagen vertreten. Mitgefahren ist Marina Jalowaja vom Landesverband Jüdischer Gemeinden in Niedersachsen.

Der Mottowagen stand für ein respektvolles Miteinander und für die Präsenz unterschiedlicher religiöser Gemeinschaften im öffentlichen Raum – auch im Rahmen einer traditionsreichen Großveranstaltung wie dem Braunschweiger Karnevalsumzug.

Mit der Startnummer 126 zeigte der Wagen drei bekannte Schelmenfiguren auf dem Braunschweiger Löwen – bewusst verkehrt herum dargestellt:

  • Till Eulenspiegel für den christlichen Kulturkreis
  • Hersch Ostropoler für den jüdischen Kulturkreis
  • Nasreddin Hodscha für den muslimischen Kultur-kreis

Die Figuren stehen in ihren jeweiligen Traditionen für Humor und gesellschaftliche Reflexion. Die Idee für den Wagen stammt von Ehrenzugmarschall Gerhard Baller, gestaltet wurde er von Künstler Mathias Rosenbusch.

Da in diesem Jahr Aschermittwoch und der Beginn des Ramadans zusammenfallen, folgt auf den Karneval eine weitere gemeinsame Aktion: Unter dem Motto „Fasten verbindet“ startet morgen um 15 Uhr im Rathaus am Platz der Deutschen Einheit eine interreligiöse Fastentour.

Nach einem Grußwort von Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum führt die Route zur katholischen Kirche St. Aegidien, zur Fatih Moschee in der Leopoldstraße und zum Dom St. Blasii. An den Stationen werden die jeweiligen Perspektiven auf das Fasten vorgestellt und es gibt Gelegenheit zum Austausch.


Der Mensch hinter dem Stolperstein

In der vergangenen Woche, rund um den jährlichen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, fand in der Stadtbücherei Peine die Vorstellung und Übergabe eines besonderen Schulprojekts statt: „Der Mensch hinter dem Stolperstein“

Zehn Schüler*innen des 7. Jahrgangs der IGS Peine präsentierten gemeinsam mit ihrer Lehrerin Lena Blanke vier inhaltlich fundierte und sorgfältig gestaltete Informationsboxen zu den Menschen hinter den Stolpersteinen in Peine.

Die Boxen machen die individuellen Schicksale der Peiner Opfer sichtbar und wurden an die Stadtbücherei übergeben, wo sie ab sofort von allen Interessierten ausgeliehen werden können.

Gern machen wir auf dieses Projekt aufmerksam, das im Zuge des laufenden Austauschs mit der Schule und der betreuenden Lehrkraft vorgestellt wurde. Vielen Dank für die Bereitstellung der Bildmaterialien und Inhalte.

„In dem Projekt geht es um Menschen, die die Zeit des Nationalsozialismus erleben mussten. Diese Menschen waren behindert, hatten eine Krankheit oder wurden wegen ihrer Religion verfolgt und ermordet. Deswegen wurden Stolpersteine an verschiedenen Orten verlegt, um an diese Menschen zu erinnern.

Zu dem Thema haben wir uns als Gruppe verschiedene Personen ausgesucht, zu deren Andenken ein Stolperstein verlegt wurde.

Mit diesen Personen haben wir uns intensiv beschäftigt und in Gruppenarbeit sogenannte ‚Personenboxen‘ gestaltet. Darin befinden sich Informationen über die jeweilige Person, Fotos und wichtige Unterlagen. Diese Personenboxen übergeben wir der Stadtbücherei Peine.“

verfasst von Anna (7.2), Lasse (7.5) und Joris (7.4)

Beteiligen Sie sich: Jüdische Kulturtage zwischen Harz und Heide 2026

(16.12.2025)

Heute ist die Ankündigung für die Jüdischen Kulturtage zwischen Harz und Heide 2026 auf unserer Internetseite veröffentlicht worden.

Das Israel Jacobson Netzwerk für jüdische Kultur und Geschichte e.V. (IJN) initiiert 2026 zum siebten Mal Jüdische Kulturtage in der Region. Schirmherr der jährlichen Veranstaltungsreihe ist der Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen K.d.ö.R., Herr Michael Fürst. Hauptgastgeberort des Jahres 2026 ist die Stadt Goslar.

Machen Sie mit! Institutionen, Initiativen, Gemeinden, Vereine sowie Einzelpersonen sind herzlich eingeladen, sich mit eigenen Veranstaltungen am Programm 2026 zu beteiligen und das Jahresthema „gemeinsam jüdisch. einst und heute“ kreativ mitzugestalten.

Weitere Informationen zu den Kulturtagen 2026 finden Sie hier.

Launch der Themenseite „Israelbezogener Antisemitismus“ im Portal Jüdisches Niedersachsen online am 24. November 2025

(Pressemitteilung vom 12.11.2025)

Am 24. November 2025 wird im Portal Jüdisches Niedersachsen online die neue Themenseite „Israelbezogener Antisemitismus“ freigeschaltet. Die Veröffentlichung wird im Rahmen einer Veranstaltung mit Podiumsdiskussion im BIS-Saal der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (Ammerländer Heerstraße 114-118, 26129 Oldenburg) vorgestellt. Beginn ist um 19:00 Uhr.

Die Veröffentlichung der Seite „Israelbezogener Antisemitismus“, mit Unterseiten zum Begriff des Israelbezogenen Antisemitismus, aktuellen Erscheinungsformen sowie Hintergründen zur Staatsgründung Israels, ist nach der Seite „Israel und Niedersachen in der Gegenwart“ die zweite Teilveröffentlichung des Projekts „Digitalgestützte Bildungsangebote zu Israel und Israelbezogenem Antisemitismus“ im Portal Jüdisches Niedersachsen online. Das Projekt wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen K.d.ö.R. gefördert.

Nach einleitenden Worten von Prof. Dr. Gerhard Wegner, dem niedersächsischen Landesbeauftragten gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens und Esther Belgorodski, der Präsidentin des VJSNord und Mitglied im Beraterkreis Antisemitismusbeauftragter Niedersachsen, folgt eine Kurzvorstellung der neuen Themenseite.  Im Anschluss diskutieren auf dem Podium Prof. Dr. Julia Bernstein (Frankfurt UAS), Dr. Ingo Elbe (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg), Katarzyna Miszkiel-Deppe (RIAS Niedersachsen) sowie Dr. Carina Branković und Friederike Henjes (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg/ZABIN) über Bildung gegen israelbezogenen Antisemitismus nach dem 7. Oktober 2023.

Aus Planungs- und Sicherheitsgründen bitten wir um eine verbindliche Anmeldung bis zum 20. November 2025 per E-Mail an veranstaltungen@ij-n.de

 

ISRAEL JACOBSON NETZWERK für jüdische Kultur und Geschichte e.V.

c/o Technische Universität Braunschweig

Pockelsstraße 4, 38106 Braunschweig

Fon 0178 6723594

info@ij-n.de

Pressekontakt

Jan Rickermann, j.rickermann@ij-n.de

 

Zum Hintergrund:

Die Themenseite Israelbezogener Antisemitismus ist ein Element des Projektes Digitalgestützte Bildungsangebote zu Israel und Israelbezogenem Antisemitismus, das vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen K.d.ö.R. gefördert wird.

Angesichts des gegenwärtig wiedererstarkenden offenen Antisemitismus macht sich das Projekt zur Aufgabe, Wissen über jüdische Kultur und Geschichte, das jüdische Leben in der Gegenwart wie auch über Antisemitismus breiter zu streuen. Der geografische Bezug zwischen Israel und Niedersachsen kann an den lebhaften Beziehungen seit der Staatsgründung Israels 1948 abgelesen werden.

Nicht nur die gegenwärtigen und historischen Verbindungen von Israel mit der Region stehen im Fokus, sondern auch Bildungsangebote, die über die derzeit verbreitete Ausprägung des Antisemitismus in Gestalt des Israelbezogenen Antisemitismus aufklären. Denn nicht erst seit dem Pogrom der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 wurde deutlich, dass sich die gegenwärtigen Formen des Antisemitismus oftmals in der Delegitimierung und Dämonisierung Israels ausdrücken. Diese Formen haben längst Einzug in die gesellschaftliche Diskussion über Israel gefunden und betreffen die Lebensrealität von Jüd*innen auch in Niedersachsen konkret.

Die Arbeitsergebnisse des im November 2024 begonnen Projektes werden im Portal Jüdisches Niedersachsen online eingebunden. Dabei handelt es sich um ein Digitalprojekt des Israel Jacobson Netzwerks für jüdische Kultur und Geschichte e. V. mit Sitz in Braunschweig. Dieses hat sich zur Aufgabe gemacht auf unterschiedlichen Weisen das jüdische Niedersachsen in seinen vielen Facetten zu zeigen. Das jüdische Leben in Vergangenheit und Gegenwart wird sichtbar gemacht sowie Personen, Einrichtungen und Orte jüdischen Lebens beleuchtet. Informationen der jüdischen Geschichte und Gegenwart Niedersachsens sind in diesem Portal zusammengetragen. Es vermittelt die bedeutende, noch viel zu wenig bekannte jüdische Geschichte und zugleich die Präsenz heutigen jüdischen Lebens im Bundesland. Das Portal ist zugleich eine Maßnahme gegen den aktuell wieder sichtbar werdenden Antisemitismus und verknüpft dabei zukunftsorientiert viele Aspekte jüdischen Lebens.

Mit dem Portal Jüdisches Niedersachsen online setzt das Israel Jacobson Netzwerk für jüdische Kultur und Geschichte e.V. seine Arbeit fort, Themen, authentische Orte und Objekte jüdischer Kultur in Geschichte und Gegenwart als Teil der kulturellen Identität in der Region zwischen Harz und Heide und darüber hinaus dauerhaft sichtbar zu machen. Seit seiner Gründung im April 2016 engagieren sich regionale Institutionen, wissenschaftliche und kulturelle Einrichtungen sowie interessierte Privatleute für die Erforschung und Vermittlung der in Vergangenheit und Gegenwart reichen jüdischen Kultur in unserer Region.

Das Projekt Digitalgestützte Bildungsangebote zu Israel und Israelbezogenem Antisemitismus wird gefördert durch:

              

Ausstellung „Haus der Ewigkeit“. Die Stadt Seesen und die Ev.–luth. Kirchengemeinde St. Vitus und St. Andreas in Seesen in Kooperation mit dem Freundeskreis zur Dokumentation jüdischer Friedhöfe im mitteleuropäischen Kulturraum e. V.

(Gemeinsame Pressemitteilung der Stadt Seesen, der Ev.–luth. Kirchengemeinde St. Vitus und St. Andreas in Seesen und des Israel Jacobson Netzwerks vom 9.11.2025)

 Am Sonntag, den 9.11.2025 eröffnete um 16.00 Uhr die Ausstellung „Haus der Ewigkeit“ im Ev. Kirchenzentrum der Stadt Seesen. Zentraler Gegenstand sind jüdische Friedhöfe in Mitteleuropa, die Marcel-Th. und Klaus Jacobs seit 2004 mit ihrer analogen Kamera dokumentiert haben, um sich so für den Erhalt dieser steinernen Denkmale und Gedenkorte einzusetzen.

Das Besondere am Veranstaltungsort Seesen – zur bestehenden Ausstellung „Haus der Ewigkeit“ werden erstmals auch Fotografien vom jüdischen Friedhof Seesen gezeigt, die Marcel-Th. Jacobs mit seiner analogen Leica-Kamera im März 2025 aufgenommen hat. Die Stadt Seesen und die Ev. – luth. Kirchengemeinde St. Vitus und St. Andreas erschaffen somit, neben der offiziellen Kranzniederlegung um 11.00 Uhr auf dem Jacobson-Platz, ein weiteres Stück zentraler Erinnerungskultur zum Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht vom 9.11.1938.

Neben den Bethäusern und Mikwaot (rituelle Tauchbäder) zählen Friedhöfe zu den zentralen Einrichtungen jüdischer Gemeinden; sie sind damit ein wesentlicher Bestandteil der jüdischen Alltagskultur. In ihnen spiegelt sich die große berufliche Vielfalt der einstigen jüdischen Bevölkerung und ihr sozialer Status wider: Industrielle, Bankiers und Kaufleute (überwiegend aus der Textilwirtschaft), Hoteliers, Handwerker, Landwirte, Arbeiter, Politiker, Rechtsanwälte, Rabbiner, Talmudgelehrte, Philosophen, Wissenschaftler, Mediziner, Schauspieler, Künstler und Sportler – hinter jedem Grabstein steht die Biographie eines Verstorbenen.

Marcel-Th. Jacobs erläutert als Mit-Initiator und Fotograf das Ziel der Ausstellung: „Einen kleinen Teil unserer fotografischen Dokumentation von inzwischen 91 jüdischen Friedhöfen in Deutschland, Polen, der Ukraine und der Tschechischen Republik sowie im Baltikum präsentieren wir Ihnen hier in unserer Ausstellung. Kurze Steckbriefe erläutern die örtlichen Gegebenheiten und Hintergründe der besuchten Friedhöfe. Dabei geht es uns in erster Linie um die fotografische Erfassung dieser fast verloren gegangenen Sepulkralkultur und nicht um eine wissenschaftliche Erforschung.“

Die eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Fotografien, aufgenommen mit einer analogen Leica-Kamera, fangen die Atmosphäre auf den Friedhöfen ein. Viele spannende Details sind auf den 48 Aufnahmen zu entdecken, die von den Spuren des vergangenen jüdischen Alltags zeugen.

Die Ausstellung „Haus der Ewigkeit“ ist bis zum 27. Januar 2026 zu den regulären Öffnungszeiten der Ev. Kirchengemeinde in Seesen zu sehen.

 

Zusatzinfo:

1805 kaufte Israel Jacobson in Seesen ein Areal für einen jüdischen Friedhof, die ersten Bestattungen fanden erst ab 1836 statt. Heute befinden sich noch ca. 100 Grabsteine auf dem Friedhof. Die ältesten Steine (Sandsteine) befinden sich im oberen Teil des Friedhofs, versehen mit hebräischen Inschriften. Die neueren Steine folgen weiter im unteren Teil des Friedhofes als Granitsteine und weisen neben den hebräischen auch deutsche Inschriften auf. 

Neben den einzigartigen baulichen Gegebenheiten des jüdischen Friedhofes in Seesen findet sich dort auch eine weitere Besonderheit: zwei christliche Gräber.