„Haben wir nicht alle einen Vater?“ – PresseClub trifft Israel Jacobson Netzwerk

Jüdische Kultur in Geschichte und Gegenwart als Teil der kulturellen Identität in unserer Region sichtbar zu machen ist eine Kernaufgabe des Israel Jacobson Netzwerks für jüdische Kultur und Geschichte e. V. Der PresseClub Braunschweig war zu Besuch und im Gespräch mit dem Präsidenten Prof. Dr. Cord-Friedrich Berghahn und Dr. Jörg Munzel. Moderiert von Sebastian Heise gab es einen intensiven Einblick in das Tätigkeitsfeld des IJN.

Weitere Informationen: https://presseclub-braunschweig.de/haben-wir-nicht-alle-einen-vater-hat-uns-nicht-ein-vater-geschaffen-presseclub-trifft-israel-jacobson-netzwerk/

 

„Um ein Mensch zu sein, braucht der Mensch…“ – Video der Realschule am JFK Platz online

Das Israel Jacobson Netzwerk für jüdische Kultur und Geschichte e.V. war an einem Schulprojekt der Realschule am John-F.-Kennedy-Platz in Braunschweig von „Tikkun“ beteiligt.

„Tikkun“ Wertebildung und Kompetenzförderung: FÜR Menschenwürde und Demokratie ist ein Modellprojekt von »Jehi ʼOr« Jüdisches Bildungswerk für Demokratie – gegen Antisemitismus gUG, dem es um verantwortliche Mitgestaltung des gesellschaftlichen Zusammenlebens nach Maßgabe von Recht, Wahrheit und Frieden geht.

„Tikkun“ bietet Workshops und Prozessbegleitungen zu Themen an, die sich mit der Förderung der Demokratie- und Menschenrechtskompetenz in Wertschätzung des jüdischen Beitrages zum aufgeklärten Humanismus beschäftigen. Darüber hinaus berät das Projekt pädagogische Fachkräfte an Schulen oder Einrichtungen der außerschulischen Jugendbildung. An den Angeboten können Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte aus der schulischen und außerschulischen Bildung teilnehmen.

An der Realschule am John-F.-Kennedy-Platz ist in der 9. Klasse im Rahmen des Kurses „Werte und Normen“ ein Video zum Thema der Grundrechte von Menschen entstanden. Schüler und Schülerinnen befragen dazu in einem Interview in Braunschweig lebende und arbeitende Menschen des öffentlichen Lebens – wie den Lehrer und SPD-Ratsmitglied Burim Mehmeti, die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Israel Jacobson Netzwerks Rebekka Denz, die Mitarbeiterinnen der Polizei Paula Wurps und Viktoria Rückleben sowie die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle Franka Özkan. Das Video mit dem Titel „Um ein Mensch zu sein, braucht der Mensch…“ ist hier abrufbar: https://tikkun-wertebildung.de/angebote/

jüdisch, niedersächsisch, weiblich! – Launch der Themenseite „Jüdische Frauen“ im Portal Jüdisches Niedersachsen online

Gemeinsame Pressemitteilung des Landesfrauenrates Niedersachsen e.V., der Ostfriesischen Landschaft und des Israel Jacobson Netzwerks für jüdische Kultur und Geschichte vom 25.04.2024

Wie vielfältig das jüdische Leben in Niedersachen ist und schon immer war, lässt sich besonders durch die Vielzahl an bemerkenswerten Frauen nachvollziehen, die mit ganz unterschiedlichem Hintergrund in ihren jüdischen Gemeinden oder Communities aktiv waren und sind.

Von Sara Oppenheimer aus dem ostfriesischen Esens, die Mitte des 19. Jahrhunderts eine bekannte Opernsängerin ihrer Zeit war, bis hin zu Hannah Arendt, der weltberühmten Publizistin, die 1906 in Hannover geboren wurde. Diesen und weiteren spannenden Frauenbiografien wird im Portal Jüdisches Niedersachsen online fortan eine geeignete Plattform geboten. Doch nicht nur prominente Frauen finden Erwähnung. Gehört werden die leisen und die lauten Stimmen. Denn die Lebensgeschichten von bekannten und unbekannten Frauenpersönlichkeiten der jüdischen Geschichte werden hier erzählt.

Die Themenseite „Jüdische Frauen“ im Portal Jüdisches Niedersachsen online wurde in Kooperation mit zwei regionalen Institutionen entwickelt und umgesetzt. In Zusammenarbeit mit dem Landesfrauenrat Niedersachsen e. V. werden jene fünf frauenORTE hervorgehoben, die im Bundesland in Erinnerung an Jüdinnen bestehen. Eingeladen wird, die frauenORTE zu bereisen. Erfahren Sie beispielsweise mehr über das Wirken der Kauffrau Susanna Abraham in Nienburg/Weser oder über Dr. Paula Tobias als Landärztin in Bevern.

Gemeinsam mit der Ostfriesischen Landschaft werden ausgewählte jüdische Frauen in Ostfriesland vorgestellt. Im Fokus stehen sowohl prominente Persönlichkeiten wie Minnie Marx, die Mutter der Marx Brothers, als auch unbekanntere Lebensgeschichten von Jüdinnen in der Region. Die gebotene Vielfalt lädt zum weiteren Entdecken ein!

Die Themenseite „Jüdische Frauen“ wird in einer öffentlichen Veranstaltung am 2. Mai 2024 um 17:30 Uhr in der Aula der Gaußschule Gymnasium am Löwenwall (Löwenwall 18a, 38100 Braunschweig) vorgestellt. Anschließend findet ein Podiumsgespäch mit der Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Braunschweig, Renate Wagner-Redding, zum Thema jüdische Frauen in Niedersachsen statt. Vorab besteht die Möglichkeit um 16:00 Uhr an einer Führung mit Museumsleiter Dr. Peter Joch durch die Ausstellung „Galka Scheyer und die Blauen Vier“ im Städtischen Museum Braunschweig teilzunehmen.

Anmeldungen zur Veranstaltung (und Führung) sind erbeten bis zum 29. April 2024 per Mail an veranstaltungen@ij-n.de oder telefonisch 0178 67 23 594.

ISRAEL JACOBSON NETZWERK für jüdische Kultur und Geschichte e.V.
c/o Technische Universität Braunschweig
Pockelsstraße 4, 38106 Braunschweig

Fon 0178 6723594, Mo. bis Do., 9:00 – 14:00 Uhr (AB vorhanden)
info@ij-n.de www.ij-n.de Instagram YouTube-Kanal

Pressekontakt
Rebekka Denz, r.denz@ij-n.de

Zum Hintergrund:
Das Portal Jüdisches Niedersachsen online ist seit August 2023 unter www.juedisches-niedersachsen.de erreichbar. Das Digitalprojekt des Israel Jacobson Netzwerks für jüdische Kultur und Geschichte e. V. mit Sitz in Braunschweig wird stetig um neue Themen in Kooperation mit vielen Partnerinnen und Partnern erweitert. Auf der Startseite unter „Was ist neu im Portal?“ wird über neu veröffentlichte Angebote informiert.

Das Portal zeigt das jüdische Niedersachsen aus unterschiedlichen Blickwinkeln: aktuelle Veranstaltungen, jüdisches Leben heute, Kampf gegen Antisemitismus, Personen, Einrichtungen und Reisen durch das jüdische Niedersachsen. Informationen der jüdischen Geschichte und Gegenwart Niedersachsens sind hier zusammengetragen, um die jüdische Vielfalt sichtbar zu machen. Es vermittelt die bedeutende, noch viel zu wenig bekannte jüdische Geschichte und zugleich die Präsenz heutigen jüdischen Lebens im Bundesland. Das Portal setzt nicht nur ein Zeichen, sondern ist zugleich eine Maßnahme gegen den aktuell wieder sichtbar werdenden Antisemitismus und verknüpft dabei zukunftsorientiert viele Aspekte jüdischen Lebens.

Jüdisches Niedersachsen online dient als digitaler Sammelpunkt, der das von vielen Lokalforscherinnen und -forschern, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Institutionen bereits erarbeitete Wissen bündelt. Essenzen jüdischer Kultur im Allgemeinen und in der Region vor Ort im Speziellen können so herausgearbeitet werden. Neue Zugänge sollen geschaffen und nicht zuletzt durch die digitale Wissensbündelung neue Formen der Wissensvermittlung entwickelt werden.

Das Israel Jacobson Netzwerk für jüdische Kultur und Geschichte e.V. (IJN) versteht es als seine Aufgabe, Themen, authentische Orte und Objekte jüdischer Kultur in Geschichte und Gegenwart als Teil der kulturellen Identität in der Region zwischen Harz und Heide und darüber hinaus dauerhaft sichtbar zu machen. Seit seiner Gründung im April 2016 engagieren sich regionale Institutionen, wissenschaftliche und kulturelle Einrichtungen sowie interessierte Privatleute für die Erforschung und Vermittlung der in Vergangenheit und Gegenwart reichen jüdischen Kultur in unserer Region.

Neues im Portal Jüdisches Niedersachsen online

Die neue Themenseite „Jüdische Friedhöfe“ im Portal Jüdisches Niedersachsen ist online.
Auf der Seite erhalten Sie Grundinformationen über die Begräbnisorte. Sie können mehr über den Stand der Friedhofsdokumentation erfahren. Informieren Sie sich über besondere Projekte und touristische Angebote wie Friedhofsführungen.
Das Israel Jacobson Netzwerk für jüdische Kultur und Geschichte e.V. hat die Themenseite in Kooperation mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege und der Bet Tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa (TU Braunschweig) erarbeitet. Zum Launch am 11. April in Aurich lud die Ostfriesische Landschaft herzlich mit ein.

Zur Themenseite „Jüdische Friedhöfe“

Foto: IJN / R. Denz

Kundgebung: Solidarität mit der Jüdischen Gemeinde – gegen jeden Antisemitismus

Kundgebung, Freitag, 12.04.2024, 17:00 Uhr
Braunschweig Synagoge, Kreuzung Steinstraße, Knochenhauerstraße

Gegen jeden Antisemitismus und Antizionismus! Solidarität mit Jüdinnen und Juden!

Am Freitag, dem 05.04.2024 wurde am helllichten Tag mitten in Oldenburg ein Brandanschlag auf die Synagoge verübt. Glücklicherweise konnte eine Ausbreitung des Feuers verhindern. Wir sind entsetzt und wütend über diesen antisemitischen Anschlag und es erschüttert uns, dass die Jüdische Gemeinde wenige Stunden später den Schabbatgottesdienst unter diesen schrecklichen Bedingungen begehen musste.
Ein solcher Angriff auf das jüdische Leben darf nicht hingenommen werden! Deshalb rufen wir für Freitag, den 12.04.2024, 17:00 Uhr zu einer Kundgebung vor der Synagoge in Braunschweig auf.

Der Anschlag ist trauriger, beschämender und erzürnender Höhepunkt eines sich seit Monaten verschlimmernden antisemitischen Klimas. Seit dem antisemitischen Pogrom der Hamas am 07.10.2023 und dem Beginn des israelischen Militäreinsatzes gegen die Hamas haben Angriffe auf Jüdinnen und Juden weltweit in erschreckendem Ausmaß zugenommen.

Antisemitinnen und Antisemiten fühlen sich bestärkt, ihren Antisemitismus insbesondere in Form des Hasses auf den jüdischen Staat auszuagieren: In den letzten Monaten gab es überall vermehrt Beleidigungen, Bedrohungen und sogar körperliche Angriffe durch Antisemiten. Auf allen social media-Kanälen, auf Veranstaltungen und Demonstrationen, mit Flyern und Aufklebern wird Hass auf Israel geschürt, seine Vernichtung gefordert und sich dabei der Sprache des tradierten Antisemitismus bedient.

Der Brandanschlag auf die Synagoge stellt eine neue Dimension antisemitischer Gewalt dar. Sie entsteht jedoch nicht aus dem Nichts heraus, sondern hat einen gesellschaftlichen Nährboden. Deshalb darf die Bekämpfung des Antisemitismus nicht erst dort anfangen, wo er bereits in offene Gewalt umschlägt. Angriffe auf Jüdinnen und Juden sowie das jüdische Leben insgesamt sind keine Einzelfälle. Egal in welcher Erscheinungsform der Antisemitismus auftritt, eines ist gewiss: Am Ende sind immer Jüdinnen und Juden gemeint, und sie sind es auch, die er
trifft. Das führt der Anschlag auf die Oldenburger Synagoge erneut mit erdrückender Gewissheit vor Augen.

Wir sind solidarisch mit den Jüdinnen und Juden, wir unterstützen die Jüdische Gemeinde in Braunschweig.

Es rufen auf: Deutsch-Israelische Gesellschaft, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, ver.di

Themenjahr 2024/25 „Moses Mendelssohn trifft Gotthold Ephraim Lessing in Wolfenbüttel“

Mit den Themenjahren 2024/25 „Moses Mendelssohn trifft Gotthold Ephraim Lessing in Wolfenbüttel“, die am  04. April 2024 feierlich eröffnet werden, unternimmt der Kulturstadtverein Wolfenbüttel den Versuch, mit aufeinander abgestimmten Veranstaltungen an die Spuren des jüdischen Lebens zu erinnern und die großartige Tradition wachzuhalten, die untrennbar mit dem Wirken jüdischer Familien in der Region verbunden ist.

Nähere Informationen zum Veranstaltungsprogramm entnehmen Sie bitte dem Programmheft.
programm2024

 

Geschäftspause

In der Zeit vom 25.03.2024 bis einschl. 01.04.2024 bleibt die Geschäftsstelle des Israel Jacobson Netzwerks geschlossen. Ab dem 02.04.2024 ist die Geschäftsstelle wieder zu den gewohnten Geschäftszeiten besetzt.
In dringenden Fällen können Sie uns eine Email schreiben: info@ij-n.de

Braunschweiger Neonazi nun doch verurteilt

Der Braunschweiger Neonazi und Landeschef der Partei „Die Rechte“, der am Volkstrauertag 2020 auf dem Löwenwall für den „Judenpresse“-Vorfall verantwortlich war, ist nun doch verurteilt worden.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig den Vorwurf der Volksverhetzung zweimal geprüft, stellte das Verfahren aber auch zweimal wieder ein. Vorgeworfen wurde dem Braunschweiger Rechtsextremisten, vor Journalisten „Judenpack“ und „Judenpresse“ geschimpft und mit „Feuer und Benzin für alle“ gedroht zu haben.

Die übergeordnete Generalstaatsanwaltschaft regierte auf den immer größer werdenden öffentlichen Druck, der u.a. durch die Anzeige eines betroffenen Journalisten, die Beschwerdeführung eines Ehepaares und auch vom Vorsitzenden des Landesverbands Jüdischer Gemeinden, Michael Fürst, ausgelöst wurde. Die niedersächsische Justizministerin Kathrin Wahlmann erklärte sich verwundert über die ersten Entscheidungen im „Judenpresse“-Vorfall.

Neue Ermittlungen wurden angewiesen, so dass es zur Anklage und zum Prozess vor dem Amtsgericht Braunschweig kam. Für die Volksverhetzung und zwei weitere Fälle von Beleidigungen wurde der Neonazi zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt sowie außerdem zur Zahlung von 3.600 € an die Opferhilfe Niedersachsen. Aufgrund von Recherchen der Staatsanwaltschaft konnte nachgewiesen werden, dass die Äußerungen des Angeklagten auf dem Löwenwall – 90 Jahre später – nahtlos an die Hetze im Nazideutschland anknüpft: gefunden wurde im Archiv ein Artikel in einer amtlichen Tageszeitung im NSDAP-Gau Sachsen von 1931 mit dem Titel „Nieder mit der Judenpresse“.

Buchempfehlung: Jüdisches Leben in Erinnerung und Gegenwart

Das Buch Jüdisches Leben in Erinnerung und Gegenwart – Archive, Museen, Gedenk- und Forschungsstätten im deutschsprachigen Raum bietet eine Bestandsaufnahme von Institutionen und Initiativen, die zu jüdischer Geschichte und Kultur sammeln, forschen und vermitteln. Sie sind lokal, regional sowie überregional tätig. Darunter sind auch Einrichtungen  innerhalb der Region des Israel Jacobson Netzwerks vertreten: die Gedenkstätte Bergen-Belsen, die TU-Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa Bet Tfila, das Braunschweigische Landesmuseum mit der Abteilung Jüdisches Museum, die Gedenkstätte KZ-Außenlager Schillstraße, das Israel Jacobson Netzwerk für jüdische Geschichte und Kultur e.V., die Synagoge und das jüdische Museum in Celle, die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel sowie das Berend Lehmann Museum für jüdische Geschichte und Kultur (Moses Mendelsohn Akademie) in Halberstadt.

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