Stolpersteine – dezentrale Erinnerungsarbeit zwischen Harz und Heide

Das Israel Jacobson Netzwerk setzt sich zum Ziel, das Wissen um die jüdische Geschichte und Kultur in der Region zwischen Harz und Heide stärker in die Öffentlichkeit zu tragen.  Die Sichtbarmachung der Verfolgungsgeschichte von jüdischen FRauen, Männern und Kindern in der Zeit des Nationalsozialismus ist ein elementarer Bestandteil unserer Arbeit. Auch möchten wir einen Beitrag zur aktiven Erinnerungsarbeit an die Zeit des Nationalsozialismus leisten. Aus diesen Gründen wurde im Sommer 2019 ein Vernetzung von Stolpersteininitiativen in der Region initiiert. Dieses dezentrale Erinnerungsprojekt birgt die Chance, sich mit der Verfolgungsgeschichte in der Shoah, aber auch mit jüdischen Lebenswegen vor der Shoah zu beschäftigen. Die biografische Recherche, die die Vorarbeit einer Stolpersteinverlegung ist, bietet für das Vorhaben das notwendige Material.

In der Region wurden bislang an neun Orten mehr als 500 Stolpersteine verlegt: in Braunschweig, Helmstedt, Königslutter, Liebenburg, Peine, Schöningen, Schöppenstedt, Seesen und Wolfenbüttel. In Braunschweig und Wolfenbüttel ist die Verlegearbeit und die damit einhergehende Biografierecherche noch nicht abgeschlossen. Die zeitnahe Verlegung von Stolpersteinen in Goslar ist geplant.

Zudem wurden in der Region zwei Stolperschwellen verlegt. Vor dem Altgebäude der TU Braunschweig liegt eine Stolperschwelle, die der mehr als 50 Angehörigen der damaligen Technischen Hochschule (die heutige Technische Universität Braunschweig) gedenkt, die in der NS-Zeit gedemütigt und verfolgt wurden. In Seesen findet sich am Jacobsonplatz eine zweite Stolperschwelle mit folgender Inschrift: „Hier lebten und lernten 260 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 1850 bis 1924. Sie wurden Opfer der Nazi-Herrschaft 1933 bis 1945 gedemütigt, entrechtet, verfolgt, verhaftet, misshandelt, deportiert, ermordet. Wir erinnern an sie in Trauer und widmen unser Bemühen der Mitmenschlichkeit.“

Der Arbeitskreis Stolpersteininitiativen zwischen Harz und Heide trifft sich regelmäßig unter dem Dach des IJN und bearbeitet verschiedene Projekte. Aus Anlass des 75. Jahrestages der Befreiung findet in den Tagen rund um den 8. Mai 2020 der 1. regionale Putztag von Stolpersteinen unter dem Motto »Erinnerung Aufpolieren« statt. Das Positionspapier des Arbeitskreises zum 1. regionalen Putztag »Erinnerung Aufpolieren« steht zum Download bereit. Informationen über die 2020 im Rahmen des 1. regionalen Putztages geplanten Veranstaltungen finden Sie hier oder im Veranstaltungskalender. Die Veranstaltungen werden laufend aktualisiert, deshalb lohnt ein weiterer Besuch dieser Seite. Weitere Projekte des Arbeitskreises Stolpersteininitiativen sind in Planung.

Der Arbeitskreis Stolpersteininitiativen im IJN kommuniziert über eine Mailingliste. Bei Interesse an der Aufnahme wenden Sie bitte an Rebekka Denz unter: r.denz@ij-n.de

Über die Veranstaltungen des Arbeitskreises Stolpersteininitiativen zwischen Harz und Heide und weitere Angebote zum Thema können Sie sich im Online-Veranstaltungskalender informieren (Stichwortsuche: Stolpersteine).