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Lerntag: Antisemitismus – gestern und heute

1. November 2020, 14:00 Uhr

Spätestens das Attentat auf die Jüdische Gemeinde in Halle vor einem Jahr hat die Gefahren deutlich gemacht, die von einem erstarkenden Antisemitismus ausgehen. Zunehmender Rassismus und Rechtsradikalismus in der Gesellschaft bieten offenbar einen wirksamen Nährboden. Wir wollen uns deshalb über aktuelle Tendenzen des Antisemitismus und die Ansätze einer Gegenwehr informieren. Und wir blicken zurück: Wie entstand ein politischer Antisemitismus im Kaiserreich, welchen Wider-stand jüdischer Organisationen gab es, wie wurde Antisemitismus von den Nazis aufgegriffen?

Der Arbeitskreis Andere Geschichte lädt Sie dazu zu einem Lerntag: Antisemitismus – gestern und heute“ ein.

Dr. Hansjörg Pötzsch (3Landesmuseen Braunschweig) eröffnet den geschichtlichen Teil mit einem Beitrag über antisemitische Erscheinungsformen im Deutschen Kaiserreich. In einem Klima des wachsenden Nationalismus und wirtschaftlich-sozialer Existenz- und Statusängste wurden „die“ Juden in bürgerlich-nationalistischen und mittelständischen Kreisen zu Sündenböcken für alles als negativ Empfundene stilisiert. Antisemitismus entwickelte sich gleichsam zu einem „kulturellen Code“.

Rebekka Denz (Israel Jacobson Netzwerk, Braunschweig, und Universität Bamberg) umreißt die Arbeitsschwerpunkte, Ideen und das Wirken der größten deutsch-jüdischen Organisation vor der Shoah, des Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (1893– 1938). Sie schildert den Centralverein in der Braunschweiger Region als „Kampfplatz gegen Antisemitismus und Ort jüdischer Identitätsbestimmung“.

Frank Ehrhardt (Gedenkstätte KZ-Außenlager Schillstraße) rundet die regionalgeschichtliche Rückschau ab und beschreibt das Aufgreifen von antisemitischen Vorurteilen in nationalsozialistischen Kampagnen zum Schächtungsverbot und zum Strukturwandel im Einzelhandel. Der Weg in den „Maßnahmenstaat“ wurde angebahnt.

Nach einer Kaffee- und Lüftungspause wird die Veranstaltung mit einem Sprung ins Aktuelle fortgeführt: Kata Miszkiel-Deppe berichtet über die Arbeit der in diesem Jahr gebildeten Dokumentationsstelle für antisemitische Vorfälle in Hannover und Niedersachsen, die nach dem Vorbild der Berliner Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) arbeitet.

Im Anschluss stellt Carl Chung („Jehi ‘Or“ Jüdisches Bildungswerk für Demokratie – gegen Antisemitismus, Berlin) uns das Projekt „Tikkun“ vor. Tikkun Olam ist Hebräisch und bedeutet Wandel zur Besserung der Welt. Es geht um verantwortliche Mitgestaltung des gesellschaftlichen Zusammenlebens nach Maßgabe von Recht, Wahrheit und Frieden. „Tikkun“ arbeitet mit Ansätzen zur Wertebildung, die an den Interessen von Jugendlichen anknüpfen. Unter Einbeziehung jüdischer Perspektiven wird gezeigt, wie diese Werte zur Selbstbestimmung, zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen.

Es würde uns freuen, wenn das Veranstaltungsangebot auf Ihr Interesse stößt. Aufgrund der Pandemie-Bedingungen sind die Teilnahmemöglichkeiten allerdings eng begrenzt. Bitte senden Sie deshalb Ihre namentliche Anmeldung mit der Angabe der Kontaktdaten bis zum 25.10.2020 an gedenkstaette@schillstrasse.de oder teilen Ihr Interesse unter Tel. 0531 2702565 mit.

Details

Datum:
1. November 2020
Zeit:
14:00 Uhr
Veranstaltungskategorie:

Veranstalter

Gedenkstätte KZ-Außenlager Braunschweig Schillstraße
Arbeitskreis Andere Geschichte e.V.

Veranstaltungsort

Kulturpunkt West
Ludwig-Winter-Straße 4
Braunschweig, 38120
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