Ausscheidender Antisemitismusbeauftragter Franz Rainer Enste legt seinen Tätigkeitsbericht für das Jahr 2022 vor

Der ausscheidende Landesbeauftragte gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens, Franz Rainer Enste, veröffentlicht – unmittelbar vor seiner offiziellen Verabschiedung durch den Niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil am heutigen Abend – seinen nunmehr letzten Tätigkeitsbericht für das zurückliegende Jahr 2022.

Die Niedersächsische Justizministerin, Dr. Kathrin Wahlmann, betont aus in diesem Anlass die äußerst wichtige Bedeutung von Antisemitismusprävention im Allgemeinen sowie der Tätigkeit des Landesbeauftragten im Besonderen:
Wir dürfen niemals hinnehmen, dass Antisemitismus in Deutschland zum Alltag gehört. Die Förderung von Präventionsprojekten wird auch in Zukunft einen maßgeblichen Baustein bilden, um dieser wichtigen Aufgabe gerecht zu werden. Der von Franz Rainer Enste nunmehr vorgelegte dritte Jahresbericht macht deutlich, von welchem Umfang und welcher Bandbreite das – ehrenamtlich wahrgenommene – Amt des Landesbeauftragten geprägt ist. Seiner seit seiner Berufung im Jahr 2019 geleisteten Pionierarbeit und seinem engagierten Einsatz im Kampf gegen den wachsenden Antisemitismus gilt mein ausdrücklicher Dank!“

Hier finden Sie den 3. Jahresbericht 2022

Jüdisches Kulturerbe im virtuellen Raum

Kooperation zwischen Braunschweigischem Landesmuseum und Universitätsbibliothek Braunschweig ermöglicht Digitalisierung von Judaica-Publikationen.

Zusammen mit der Jüdischen Gemeinde Braunschweigs und der Universitätsbibliothek (UB) konnte das Braunschweigische Landesmuseum 25 Publikationen aus der Judaica-Sammlung des Museums pünktlich zum diesjährigen Chanukka-Fest frei und weltweit über den Publikationsserver der Technischen Universität Braunschweig digital zur Verfügung stellen.

Nach der Auswahl durch das Braunschweigische Landesmuseum wurden die Publikationen in der Universitätsbibliothek gescannt und in der Digitalisierungssoftware „Kitodo“ kooperativ erschlossen. Die Software, deren Weiterentwicklung von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird, wird bundesweit hauptsächlich in wissenschaftlichen Bibliotheken zur Digitalisierung von Handschriften, Drucken und Zeitschriften eingesetzt.

Für das Projekt konnten so unter anderem zwei handgeschriebene Gebetsbücher aus dem 18. Jahrhundert erstmals digital der Öffentlichkeit und Forschung zur Ansicht bereitgestellt werden.

Doch wurden für das Projekt nicht nur prachtvolle handgeschriebene Manuskripte ausgewählt, sondern auch Publikationen von besonders historischem Wert, wie zum Beispiel die Zeitschrift „Unzer Sztyme“, die zwischen 1945 und 1947 unmittelbar nach der Befreiung des Konzentrationslagers in Bergen Belsen als Lagerzeitung des Displaced Person-Camps in der britischen Zone erschien. Hier trägt die Digitalisierung besonders zur Bestandserhaltung bei, da, den Umständen der Zeit geschuldet, bei der Zeitschrift die Papierqualität schlecht ist.

Für die digitale Präsentation wurden von der Universitätsbibliothek den Digitalisaten strukturelle Merkmale hinzugefügt, wie Seitenzahlen, Lesezeichen und Kapitel. Da viele Publikationen auf Hebräisch verfasst sind, stellte gerade diese Arbeit die Bibliothekar*innen der UB vor besondere Herausforderungen. „Durch die Digitalisierung und Erschließung dieser herausragenden Werke sowie die Schaffung eines freien Zugangs zu ihnen stärkt die Universitätsbibliothek offene Wissenschaft und Citizen Science,“ so der Direktor der UB Robert Strötgen.

Zum Abschluss des Projekts wurde die Sammlung auf dem Publikationsserver der TU Braunschweig hochgeladen und steht dort nun der ganzen Welt und Forschung frei zur Verfügung.

 

Bildnachweise:

  1. Ausgewählte Judaica, die im Rahmen der Kooperation digitalisiert werden konnten.
    © Braunschweigisches Landesmuseum, Anja Pröhle
  2. Seltene Exemplare Zeitschrift „Unzer Sztyme“.
    © Braunschweigisches Landesmuseum, Anja Pröhle