Beteiligen Sie sich: Jüdische Kulturtage zwischen Harz und Heide 2026

(16.12.2025)

Heute ist die Ankündigung für die Jüdischen Kulturtage zwischen Harz und Heide 2026 auf unserer Internetseite veröffentlicht worden.

Das Israel Jacobson Netzwerk für jüdische Kultur und Geschichte e.V. (IJN) initiiert 2026 zum siebten Mal Jüdische Kulturtage in der Region. Schirmherr der jährlichen Veranstaltungsreihe ist der Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen K.d.ö.R., Herr Michael Fürst. Hauptgastgeberort des Jahres 2026 ist die Stadt Goslar.

Machen Sie mit! Institutionen, Initiativen, Gemeinden, Vereine sowie Einzelpersonen sind herzlich eingeladen, sich mit eigenen Veranstaltungen am Programm 2026 zu beteiligen und das Jahresthema „gemeinsam jüdisch. einst und heute“ kreativ mitzugestalten.

Weitere Informationen zu den Kulturtagen 2026 finden Sie hier.

Launch der Themenseite „Israelbezogener Antisemitismus“ im Portal Jüdisches Niedersachsen online am 24. November 2025

(Pressemitteilung vom 12.11.2025)

Am 24. November 2025 wird im Portal Jüdisches Niedersachsen online die neue Themenseite „Israelbezogener Antisemitismus“ freigeschaltet. Die Veröffentlichung wird im Rahmen einer Veranstaltung mit Podiumsdiskussion im BIS-Saal der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (Ammerländer Heerstraße 114-118, 26129 Oldenburg) vorgestellt. Beginn ist um 19:00 Uhr.

Die Veröffentlichung der Seite „Israelbezogener Antisemitismus“, mit Unterseiten zum Begriff des Israelbezogenen Antisemitismus, aktuellen Erscheinungsformen sowie Hintergründen zur Staatsgründung Israels, ist nach der Seite „Israel und Niedersachen in der Gegenwart“ die zweite Teilveröffentlichung des Projekts „Digitalgestützte Bildungsangebote zu Israel und Israelbezogenem Antisemitismus“ im Portal Jüdisches Niedersachsen online. Das Projekt wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen K.d.ö.R. gefördert.

Nach einleitenden Worten von Prof. Dr. Gerhard Wegner, dem niedersächsischen Landesbeauftragten gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens und Esther Belgorodski, der Präsidentin des VJSNord und Mitglied im Beraterkreis Antisemitismusbeauftragter Niedersachsen, folgt eine Kurzvorstellung der neuen Themenseite.  Im Anschluss diskutieren auf dem Podium Prof. Dr. Julia Bernstein (Frankfurt UAS), Dr. Ingo Elbe (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg), Katarzyna Miszkiel-Deppe (RIAS Niedersachsen) sowie Dr. Carina Branković und Friederike Henjes (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg/ZABIN) über Bildung gegen israelbezogenen Antisemitismus nach dem 7. Oktober 2023.

Aus Planungs- und Sicherheitsgründen bitten wir um eine verbindliche Anmeldung bis zum 20. November 2025 per E-Mail an veranstaltungen@ij-n.de

 

ISRAEL JACOBSON NETZWERK für jüdische Kultur und Geschichte e.V.

c/o Technische Universität Braunschweig

Pockelsstraße 4, 38106 Braunschweig

Fon 0178 6723594

info@ij-n.de

Pressekontakt

Jan Rickermann, j.rickermann@ij-n.de

 

Zum Hintergrund:

Die Themenseite Israelbezogener Antisemitismus ist ein Element des Projektes Digitalgestützte Bildungsangebote zu Israel und Israelbezogenem Antisemitismus, das vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen K.d.ö.R. gefördert wird.

Angesichts des gegenwärtig wiedererstarkenden offenen Antisemitismus macht sich das Projekt zur Aufgabe, Wissen über jüdische Kultur und Geschichte, das jüdische Leben in der Gegenwart wie auch über Antisemitismus breiter zu streuen. Der geografische Bezug zwischen Israel und Niedersachsen kann an den lebhaften Beziehungen seit der Staatsgründung Israels 1948 abgelesen werden.

Nicht nur die gegenwärtigen und historischen Verbindungen von Israel mit der Region stehen im Fokus, sondern auch Bildungsangebote, die über die derzeit verbreitete Ausprägung des Antisemitismus in Gestalt des Israelbezogenen Antisemitismus aufklären. Denn nicht erst seit dem Pogrom der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 wurde deutlich, dass sich die gegenwärtigen Formen des Antisemitismus oftmals in der Delegitimierung und Dämonisierung Israels ausdrücken. Diese Formen haben längst Einzug in die gesellschaftliche Diskussion über Israel gefunden und betreffen die Lebensrealität von Jüd*innen auch in Niedersachsen konkret.

Die Arbeitsergebnisse des im November 2024 begonnen Projektes werden im Portal Jüdisches Niedersachsen online eingebunden. Dabei handelt es sich um ein Digitalprojekt des Israel Jacobson Netzwerks für jüdische Kultur und Geschichte e. V. mit Sitz in Braunschweig. Dieses hat sich zur Aufgabe gemacht auf unterschiedlichen Weisen das jüdische Niedersachsen in seinen vielen Facetten zu zeigen. Das jüdische Leben in Vergangenheit und Gegenwart wird sichtbar gemacht sowie Personen, Einrichtungen und Orte jüdischen Lebens beleuchtet. Informationen der jüdischen Geschichte und Gegenwart Niedersachsens sind in diesem Portal zusammengetragen. Es vermittelt die bedeutende, noch viel zu wenig bekannte jüdische Geschichte und zugleich die Präsenz heutigen jüdischen Lebens im Bundesland. Das Portal ist zugleich eine Maßnahme gegen den aktuell wieder sichtbar werdenden Antisemitismus und verknüpft dabei zukunftsorientiert viele Aspekte jüdischen Lebens.

Mit dem Portal Jüdisches Niedersachsen online setzt das Israel Jacobson Netzwerk für jüdische Kultur und Geschichte e.V. seine Arbeit fort, Themen, authentische Orte und Objekte jüdischer Kultur in Geschichte und Gegenwart als Teil der kulturellen Identität in der Region zwischen Harz und Heide und darüber hinaus dauerhaft sichtbar zu machen. Seit seiner Gründung im April 2016 engagieren sich regionale Institutionen, wissenschaftliche und kulturelle Einrichtungen sowie interessierte Privatleute für die Erforschung und Vermittlung der in Vergangenheit und Gegenwart reichen jüdischen Kultur in unserer Region.

Das Projekt Digitalgestützte Bildungsangebote zu Israel und Israelbezogenem Antisemitismus wird gefördert durch:

              

Ausstellung „Haus der Ewigkeit“. Die Stadt Seesen und die Ev.–luth. Kirchengemeinde St. Vitus und St. Andreas in Seesen in Kooperation mit dem Freundeskreis zur Dokumentation jüdischer Friedhöfe im mitteleuropäischen Kulturraum e. V.

(Gemeinsame Pressemitteilung der Stadt Seesen, der Ev.–luth. Kirchengemeinde St. Vitus und St. Andreas in Seesen und des Israel Jacobson Netzwerks vom 9.11.2025)

 Am Sonntag, den 9.11.2025 eröffnete um 16.00 Uhr die Ausstellung „Haus der Ewigkeit“ im Ev. Kirchenzentrum der Stadt Seesen. Zentraler Gegenstand sind jüdische Friedhöfe in Mitteleuropa, die Marcel-Th. und Klaus Jacobs seit 2004 mit ihrer analogen Kamera dokumentiert haben, um sich so für den Erhalt dieser steinernen Denkmale und Gedenkorte einzusetzen.

Das Besondere am Veranstaltungsort Seesen – zur bestehenden Ausstellung „Haus der Ewigkeit“ werden erstmals auch Fotografien vom jüdischen Friedhof Seesen gezeigt, die Marcel-Th. Jacobs mit seiner analogen Leica-Kamera im März 2025 aufgenommen hat. Die Stadt Seesen und die Ev. – luth. Kirchengemeinde St. Vitus und St. Andreas erschaffen somit, neben der offiziellen Kranzniederlegung um 11.00 Uhr auf dem Jacobson-Platz, ein weiteres Stück zentraler Erinnerungskultur zum Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht vom 9.11.1938.

Neben den Bethäusern und Mikwaot (rituelle Tauchbäder) zählen Friedhöfe zu den zentralen Einrichtungen jüdischer Gemeinden; sie sind damit ein wesentlicher Bestandteil der jüdischen Alltagskultur. In ihnen spiegelt sich die große berufliche Vielfalt der einstigen jüdischen Bevölkerung und ihr sozialer Status wider: Industrielle, Bankiers und Kaufleute (überwiegend aus der Textilwirtschaft), Hoteliers, Handwerker, Landwirte, Arbeiter, Politiker, Rechtsanwälte, Rabbiner, Talmudgelehrte, Philosophen, Wissenschaftler, Mediziner, Schauspieler, Künstler und Sportler – hinter jedem Grabstein steht die Biographie eines Verstorbenen.

Marcel-Th. Jacobs erläutert als Mit-Initiator und Fotograf das Ziel der Ausstellung: „Einen kleinen Teil unserer fotografischen Dokumentation von inzwischen 91 jüdischen Friedhöfen in Deutschland, Polen, der Ukraine und der Tschechischen Republik sowie im Baltikum präsentieren wir Ihnen hier in unserer Ausstellung. Kurze Steckbriefe erläutern die örtlichen Gegebenheiten und Hintergründe der besuchten Friedhöfe. Dabei geht es uns in erster Linie um die fotografische Erfassung dieser fast verloren gegangenen Sepulkralkultur und nicht um eine wissenschaftliche Erforschung.“

Die eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Fotografien, aufgenommen mit einer analogen Leica-Kamera, fangen die Atmosphäre auf den Friedhöfen ein. Viele spannende Details sind auf den 48 Aufnahmen zu entdecken, die von den Spuren des vergangenen jüdischen Alltags zeugen.

Die Ausstellung „Haus der Ewigkeit“ ist bis zum 27. Januar 2026 zu den regulären Öffnungszeiten der Ev. Kirchengemeinde in Seesen zu sehen.

 

Zusatzinfo:

1805 kaufte Israel Jacobson in Seesen ein Areal für einen jüdischen Friedhof, die ersten Bestattungen fanden erst ab 1836 statt. Heute befinden sich noch ca. 100 Grabsteine auf dem Friedhof. Die ältesten Steine (Sandsteine) befinden sich im oberen Teil des Friedhofs, versehen mit hebräischen Inschriften. Die neueren Steine folgen weiter im unteren Teil des Friedhofes als Granitsteine und weisen neben den hebräischen auch deutsche Inschriften auf. 

Neben den einzigartigen baulichen Gegebenheiten des jüdischen Friedhofes in Seesen findet sich dort auch eine weitere Besonderheit: zwei christliche Gräber.